BVO_5432

Kaum eine Pflanze ist auffälliger und bringt sich bewusst in den Vordergrund wie der Oleander.

Auch wenn, diese wärmeliebende Pflanze eher dafür bekannt ist in mediterrannen und heißen Ländern zu wachsen. Hat sie zahlreiche Freunde auch bei uns im nicht dauernheißen Deutschland gefunden.

Anfang Juni 2022 waren wir auf Kreta im Urlaub. Natürlich fiel hier der Blick direkt auf die zahlreichen blühenden Examplare am Straßenrand. Das sind auch die ersten Blüten, die einem auffallen, wenn man nach Italien, Spanien, Portugal oder auch im südlichen Frankreich unterwegs ist.

Es ist schon grandios zu beobachten, dass egal zu welcher Jahreszeit man in den jeweiligen Ländern ist, das Nerium oleander gefühlt die ganze Zeit am Blühen ist.

Bei unserem Italien Urlaub 2021 beim Comer See, aber das wird man auch an anderen Orten feststellen. Ist die Farbenvielfalt bei den Oleandern. Die Farben variieren von reinem weiß, über gelb, aprikose, rosa, weinrot, rot bis hin zu Blüten mit farbiger Zeichnung. Über die Jahre haben sich aus den Sorten mit einfachen Blüten auch Pflanzen entwickelt mit gefüllten Blüten.

Pflege von Oleander

Oleander ist eine sehr wärme liebene Pflanze. Volle Sonne im Sommer ist entscheidend für eine reiche Blüte. Die Wasserversorgung darf gerne großzügig sein, auch wenn Oleanderpflanzen trockene Phase problemlos überstehen, wachsen und blühen sie mit ausreichend Wasser deutlich besser.

Oleander düngen

Oleander sind genügsame Gesellen, die wenn sie die Möglichkeit bekommen, jedoch nicht nein sagen zu einer ausreichenden Nährstoffversorgeung. Pflanzen die gut im Futter stehen erkennt man auf den ersten Blick. Was Oleander an ihrem „Naturstandort“ mit eine weitreichenden Wurzelnwerk ausgleichen, muss bei einer Kultur im Kübel durch die entsprechende Nährstoffzufuhr ausgegleichen werden. Das gleiche gilt ebenfalls für die Wasserversorgung.

Siehe auch  Fruchtig, feuriges Update zu den Chilis 2022

Oleander im Winter

Jetzt kommen wir gedanklich wieder aus dem Urlaub zurück und besinnen uns, dass wir hier in Deutschland auch kalte Winter haben können. Leichte Fröste schaden dem Oleander nicht. Vergleichbar mit Zitruspflanzen kann man von etwa Minus fünf Grad ausgehen, die dem Oleander kaum etwas anhaben können. Dauerfrost von weniger als Minus fünf Grad mögen allerdings die wenigsten Sorten.

Es gibt nur einzelne Selektionen, die in Regionen mit milden Wintern ausgepflanzt werden können. Dazu zählt zum Beispiel die Sorte Italia und Atlas. Italia ist winterhart bis -12°C und Atlas bis -15°C.

Das lässt zu mindest hoffen, dass diese Oleandersorten an milden Standorten die Winter gut überstehen können. Es wäre vergleichbar mit Feigenbäumen. Auch wenn der Winter doch einmal zu kalt geworden ist, friert nur ein Teil der Pflanze zurück und wird im Frühjahr wieder austreiben.

In den ersten Jahr wird ein Winterschutz jedoch der jungen Pflanze gute Dienste leisten und sollte auch großzügig genutzt werden. Mit jedem überstandenen Jahr wird der Oleander auch größer und widerstandsfähiger. Zu Sicherheit empfiehlt es sich, dass man von der Pflanze per Steckling Ableger macht, damit im schlimmste Falle der Ersatz im Frühjahr direkt eingepflanzt werden kann.

Welche frostharten Sorten gibt es noch?

Neben den bereits genannten Sorten Atlas und Italia, gibt es noch weitere Sorten, wovon nur eine keine rosa bzw. rote Sorte ist.

Zu den roten frostfesten Sorten zählen Hardy Red, beide sind bis -12°C winterfest.
Zu den rosa Sorten zählen mit Atlas, Cavalaire, Italia und Magarita. Bis auf die erste zwei, die nur bis -12°C aushält, können die anderen beiden noch ein paar Grad kälter stehen, also bis -15°C.

Siehe auch  Wie praktisch ist das denn?!

Die Sorte Villa Romaine besitzt hellrosa Blüten und kann ebenfalls bis -15°C ausgepflanzt werden. Die Sorte Provence stellt den Ausreißer unter den Blütenfarben dar. Provence bildet lachsfarbene Blüten aus, was mit einem Augenzwinkern auch eher hellrosa oder aprikot sein kann und bis -15°C angepflanzt werden kann.

Es sind also eher die farbigen Sorten, die es am kältesten aushalten können. In der Zukunft könnte es sicher auch noch andere Farben geben.

Doch selbst die Hand voll Sorten reicht aus, den heimischen Garten noch mediterraner zu gestalten. Und sind wir doch mal ehrlich, welche Farbe die Pflanze letztlich hat, wenn sie in voller Blüte steht, dann ist es so oder so ein Fest für die Augen.

Was ist der ideale Standort für Oleander

Hat man sich für eine Sorte entschieden, die nicht ausgepflanzt werden soll, stellt sich die Frage was ist der beste Platz.

Ich muss ehrlich sein, solange keine größeren Fröste angekündigt sind, steht bei mir die Pflanze draußen. Sobald es zu kalt wird, räume ich die Oleander in den unbeheizten Wintergarten. Im Wintergarten habe ich sehr selten Temperaturen unter 0°C und noch seltener weniger als -5°C. Die Pflanzen haben es bisher bestens überstanden. Auch als es im Winter 2020 für ein paar Tage -20°C draußen hatte, war es im Wintergarten nicht deutlich kälter als oben genannt. Die Pflanzen haben es bestens überstanden.

Viel wichtiger ist bei der Überwinterung, dass die Pflanzen möglichst hell stehen und mit dem Gießen aufgepasst werden muss. An warmen Wintertagen sollte gegossen werden, aber nur so, dass der Wurzelballen wieder etwas abtrocknen kann. Sind die Wurzeln zu lange nass/feucht und gleichzeitig kalt, dann nimmt die Pflanze Schaden. Es ist meist besser praktisch nicht zu gießen. Entscheidend ist das Wetter, wenn man sich danach orientiert kann man die Wassermenge gut abschätzen.

Siehe auch  Lagunaria patersonii - Norfolk-Hibiskus / Norfolk-Eibisch

Wird der Oleander in der warmen Stube überwintert, dann darf er auch erst dann wieder raus, sobald es die Außentempraturen zu lassen. Pflanzen sind wie wir auch Gewohnheitstiere, in der Stube ist es gemütlich warm und dann wollen wir auch nicht gleich in die Kälte raus.

Bewertungen
Article Rating