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19 Kilometer südlich von Chania befindet sich ein Kleinod, dass so klein gar nicht ist. Als 2003 ein verheerendes Feuer auf Kreta herrschte war dies eine Grundlage für den heute vorhandenen botanischen Garten.

Die Anreise zum botanischen Garten gestaltet sich eigentlich relativ einfach. Doch dabei ist Vorsicht geboten. Wir haben es selbst Anfang Juni 2022 erlebt.

Von Chania Busbahnhof gibt es zwei Busse. Einer Fährt um 9:30 uhr und der zweite um 14 Uhr. Der Witz ist jedoch die Rückfahrt. Selbst die Mitarbeiter des Busunternehmens können nicht sagen ob und wann ein Bus zurückfährt. Angeblich soll ein Bus um 18:00 oder 18:30 Uhr zurück nach Chania fahren. Wir hatten bis kurz vor 20 Uhr vergeblich gewartet und sind dann per Anhalter bis Chania gefahren.

Daher lohnt es sich die Anreise mit einem Mietwagen zu unternehmen. Dann hat man auch keinen zeitlichen Stress und kann alles noch besser genießen.

Denn genau das sollte man im botanischen Garten von Kreta machen, den Ausflug genießen. Es ist unfassbar welch Pflanzenreichtum einem dort begegnet.

Von vielen Blühpflanzen bis hin zu Obstgehölzen, egal ob heimisch oder ganz exotisch findet sich in diesem Garten alles. Frisch gepflanzte noch junge Pflanzen bis mächtige Bäume, die nur so platzen vor Früchten und Blüten.

Los geht der Pfad durch den botanischen Garten direkt vom Restaurant aus. Den Eintritt bezahlt man im Gebäude und nur von dort führt der Weg, an der Kasse vorbei in den oberen Abschnitt des Gartens.

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Der Garten liegt traumhaft in den Bergen südlich von Chania. Während der Durchquerung hat man immer wieder die Gelegenheit den Blick ins Tal schweifen zu lassen. Es ist für diese Tour wichtig, dass man gut zu Fuß ist und entsprechende Schuhe trägt, die für eine Wanderung geeignet sind.

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Wie die Straße, schlängelt sich der Pfad auch durch den Garten mal mehr oder weniger steil den Berg hinab und auch wieder hinauf.

Die Lage des botanischen Gartens von Kreta ist schon grandios gewählt. An sehr heißen Tagen empfiehlt es sich außerdem entweder selbst ausreichend Wasser mitzunehmen oder vor Beginn der Tour Wasser im Restaurant zu kaufen.

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Wer an der Welt der Nachtschattengewächse interessiert ist, findet eine Vielzahl unterschiedlicher Arten. Alleine von der Blüte wird man ohne Kenntnis nicht immer daraufkommen, dass sich ein Nachtschattengewächs dahinter versteckt. So unterschiedlich wirken sie in Form, Farbe und Größe. Solandra maxima rankt sich durch die Avocadobäume und präsentiert ihren riesigen trichterförmigen Blüten. Da wirkt der Tabak mit seinen zierlichen gelben Blütchen schon unscheinbar und muss diese gleich gebündelt präsentieren, damit er die geleiche Schau abziehen kann.

Doch auch viele Fruchtgehölze finden sich entlang des Weges. Besonders beeindruckend waren natürlich die Avocadobäume, welche vermehrt auf Kreta, auch kommerziell, angebaut werden.

Besonders spannend, da für europäische Verhältnisse eher selten angebaut, waren die zum Zeitpunkt des Besuchs, über und über mit Blüten vollen Mangobäume. Aber auch die Guaven waren voll in Blüte. Zu den einzelnen hier gezeigten Pflanzen, werde ich zukünftig extra Beiträge erstellen.

Wer schon einmal eine frische Avocado, die gerade vom Baum gefallen ist, gegessen hat, der wird an den gekauften Früchten bei uns, keine große Freude mehr verspüren. Allerdings muss auch hier angemerkt werden, dass für die Kultur von Avocados immense Mengen Wasser benötigt werden. Das Wetter auf Kreta überzeugt jedoch von seiner sonnigen Seite, was es erforderlich macht, dass das Wasser herangeschafft werden muss, damit es den kommerziell angebauten Pflanzen gut geht.

Selbstverständlich dürfen in so einem botanischen Garten die Bananengewächse nicht fehlen. Die Baumstrelitzien waren aktuell am Blühen und es war wirklich toll, diese Blüten bestaunen zu können. Sehr groß, da wirkten die leuchtenden Blüten der Strelitzie reginae gerade zu klein.

Immer tiefer wandern wir in den Garten und kommen nicht mehr aus dem Staunen heraus. Wie viele verschiedene Pflanzen dort blühen, ist wirklich ein botanischer Traum. Endlich auch die Gelegenheit zu haben, der einen oder anderen Pflanze persönlich gegenüber zu stehen. Es ist etwas völlig anderes Pflanzen, Blüten und auch Früchte zu sehen, riechen und schmecken, die ich bisher nur von Fotos oder aus Büchern kannte. Das mag für den einen oder anderen vielleicht komisch klingen. Doch auch unabhängig von der Fülle an Pflanzen, die ich kenne, habe ich noch lange nicht alle in Natura gesehen. Selbst die einheimische Flora der Alpen habe ich noch nicht in Ihrer Gänze gesehen.

Inspirierend und motivierend fand ich die Granatapfelbäume. Natürlich blühen die in Kreta nicht nur im botanischen Garten, doch dort sind gleich mehrere Sorten vorhanden. Ich denke für 2023 werde ich mir noch die eine oder andere tolle Granatapfelpflanze zulegen. Doch dazu mehr in einem anderen Beitrag, das solltet Ihr auf jeden Fall nicht verpassen. Da kommt auf Gartenschlau noch was auf Euch zu. 😉 Versprochen!

Frei nach dem Motto Maulbeeren kann mir nie genug haben, da sie so lecker sind, kann ich Euch nur sagen, dass Ihr in diesem botanischen Garten wirklich fündig werdet. Als wir dort waren hingen alle Pflanzen voll. Egal ob mit weißen, blauen oder roten Früchten. Die Bäume sind fast auseinander gebrochen, so voll waren sie. Auch was die größe der einzelnen Bäume betrifft. Toll was in der Zeit von 2003, als der Garten gegründet wurde, bis heute entstanden ist.

Als wir die zahlreichen Früchte bestaunten, war klar, ja unseren Bäumchen zu hause, werden noch einige Zeit benötigen, um so viele Früchte zu liefern. Doch es müssen noch mindestens zwei Sorten in den Garten eingepflanzt werden. Die Maulbeeren in unserem Garten tragen zwar schon fleißig und regelmäßig Früchte. Doch Maulbeeren kann man nicht genug haben.

Auf dem Weg durch den Garten kann, wie bereits erwähnt, immer wieder ein Blick über die Landschaft rund um den Garten geworfen werden. Doch auch an den Aussichtspunkten sollte man nicht nur den Ausblick genießen, sondern auch die Pflanzen beachten, die zwar groß sind, aber nicht immer direkt auffallen. Klar die Kakteen fallen durch die schiere Größe auf, doch die Blüten sind im Verhältnis eher unscheinbar, den meist befinden sie sich hoch oben. Ähnlich ist es bei der Passionsblume. Die Pflanze selbst ist nur ein Gewirr aus Rangen und Blättern, an sich eher langweilig. Doch die Blüten sind spektakulär und faszinierend, wenn man sie sich einfach mal aus der Nähe betrachtet.

Doch nicht nur die exotischen Bewohner wissen sich in Szene zu setzen. Die Pfauen hört man von jedem Teil des Gartens. Nicht überall trifft man unmittelbar auf die bunten Vögel. Hat man dann doch einmal das Glück und eines der Tiere entfaltet sein Prachtkleid, dann sollte man innehalten und das Schauspiel genießen. Zugegeben, auch wenn wir nicht die Pfauen-Henne sind, waren wir von dem Tanz des Pfauen-Hahns ebenso beeindruckt, wie die weiblichen Vögel. 🙂

Wir ziehen weiter, lassen den Pfau hinter uns und folgenden dem Pfad entlang an weiteren Schönheiten wie Jacobslilie, Alstroemeria, Pfirsichbäumen, weiteren Pfauen und mit Blick ins Tal.

Auf dem Weg ins Tal blühen links und rechts des Weges Waldreben, Calliandra, Rosen und Gelber Jasmin. Die Kiwis, Kakis und Feigen sind voll mit Blüten und Früchten. Für diese Früchtchen also die falsche Jahreszeit. Merke der Juni ist zwar schön blumig, der Juli/August dafür lecker. 😀

Ein kleiner Bachlauf plätschert geschickt in Szene gesetzt durch die Garten.

Schon aus weiter Ferne leuchten die gelben Blüten, der beindruckend großen und schönen Australischen Silbereiche (Grevillea robusta).

Die Australische Silbereiche hat einfach eine schöne wilde, eher urzeitliche Erscheinung. Auf Kreta und vermutlich auch an anderen Orten von Griechland ist sie öfter anzutreffen. In Chania habe ich sie schon mehrfach wachsen sehen.

Über den botanischen Garten könnte ich noch viel mehr schwärmen. Doch ich finde, ihr solltet Ihn Euch am Besten vor Ort anschauen.

Wir waren zwar nur Anfang Juni vor Ort und dieses Jahr sind die Pflanzen gefühlt alle schneller in der Entwicklung als sonst. Doch ein so umfangreicher botanischer Garten wird zu jeder Jahreszeit seine Highlights bieten. Selbst im Winter wo auch die eine oder andere Schneeflocke fallen kann, wird ihren Reiz haben.

Fazit:

Für mich hat sich die Exkursion zum botanischen Garten wirklich gelohnt. Ich würde sogar sagen, dass ich gerne auch zu unterschiedlichen Jahreszeiten dorthin gehen würde. Die große Anzahl an großen, gesunden und interessanten Pflanzen ist für jeden einen Besuch wert. Auch wenn Du dich nicht wirklich für Pflanzen interessiert, es wird Dir definitiv gefallen und es eine echte Abwechslung für den Urlaubsalltag.

Falls Du noch nicht auf Kreta warst, empfehle ich Dir diesen Reiseführer https://amzn.to/3NDOqqU

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