Wasserkefir direkt im Fruchtsaft – schneller, einfacher, fruchtiger

Wasserkefir saft

Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich angefangen, mit Wasserkefir und Fruchtsäften zu experimentieren. Die meisten Rezepte im Netz laufen nach demselben Prinzip: Zuckerwasser ansetzen, eventuell ein paar Trockenfrüchte für den Geschmack dazugeben, 24 bis 48 Stunden stehen lassen – und wenn es richtig aromatisch werden soll, folgt noch eine zweite Fermentation mit Saft oder frischen Früchten.

Ganz ehrlich? Mir war das zu umständlich. Und vor allem: Es musste schneller gehen.

Mein Gedanke war ziemlich simpel. Süßes Wasser mit Geschmack ist im Grunde nichts anderes als Fruchtsaft. Warum also nicht direkt den Wasserkefir in Saft geben und die zweite Fermentation einfach überspringen? Genau das habe ich ausprobiert.

Direkt in den Saft – was passiert?

Also habe ich meine Kefirkristalle direkt in verschiedene Fruchtsäfte gegeben und das Ganze stehen lassen. Was dann passiert, ist eigentlich logisch: Der Kefir beginnt sofort damit, den im Saft enthaltenen Zucker zu verarbeiten. Innerhalb kurzer Zeit setzt eine deutliche CO₂-Bildung ein. Man sieht die feinen Bläschen aufsteigen und merkt schnell, dass hier richtig gearbeitet wird.

Je nach Zuckergehalt des Saftes und Raumtemperatur ist der Zucker relativ zügig so weit abgebaut, dass das Getränk seine typischen Wasserkefir-Eigenschaften entwickelt: leicht säuerlich, erfrischend, minimal hefig im Hintergrund und angenehm prickelnd. Nur eben mit dem vollen Aroma der jeweiligen Frucht.

Nach dem Absieben stelle ich den Fruchtkefir meist noch ein paar Tage in den Kühlschrank. In dieser Zeit entwickelt sich eine feine, natürliche Kohlensäure. Das Ergebnis ist ein regelrecht spritziges Fruchterlebnis – irgendwo zwischen Limonade, Cider und Kombucha, nur eben auf Kefir-Basis.

Diese Säfte habe ich bisher getestet

Ich wollte es natürlich genauer wissen und habe mich durch verschiedene Sorten probiert:

  • Apfel
  • Guave-Zitrone
  • Sauerkirsche
  • Quitte
  • Rhabarber
  • Birne
  • Ananas
  • Passionsfrucht

Jeder Saft verhält sich etwas anders. Apfel ist sehr unkompliziert und startet schnell durch. Rhabarber bringt eine schöne, frische Säure mit. Sauerkirsche wird intensiv und fast schon weinartig. Ananas und Passionsfrucht liefern ein richtig tropisches Aroma, das in Kombination mit der leichten Kohlensäure extrem erfrischend wirkt.

Gerade naturtrübe Säfte funktionieren meiner Erfahrung nach besonders gut, weil sie neben Zucker auch weitere Nährstoffe mitbringen. Wichtig ist nur, dass keine Konservierungsstoffe enthalten sind – sonst streikt der Kefir.

Diese Sorten stehen noch auf meiner Liste

Langweilig wird es definitiv nicht. Auf meiner To-Do-Liste stehen unter anderem:

  • Himbeere
  • Brombeere
  • Pflaume
  • Erdbeere
  • Süßkirsche
  • Banane
  • Mandarine
  • Rote Johannisbeere
  • Schwarze Johannisbeere
  • Pfirsich
  • Aprikose
  • Lychee
  • Papaya
  • Mango
  • und vieles mehr

Gerade Beeren und Steinobst dürften spannend werden, weil sie neben Zucker auch viele sekundäre Pflanzenstoffe mitbringen. Tropische Früchte wie Mango, Papaya oder Lychee verspreche ich mir ebenfalls viel – vor allem im Sommer als Alternative zu gekauften Softdrinks.

Fazit: Weniger Aufwand, mehr Geschmack

Für mich hat sich der direkte Ansatz im Fruchtsaft absolut bewährt. Kein extra Zuckerwasser, keine zweite Fermentation – einfach Kefir in Saft, stehen lassen, absieben, kühlen, genießen.

Natürlich reagiert jeder Ansatz etwas anders, und man sollte immer ein Auge auf Druck und Gärung haben. Aber insgesamt ist es eine einfache, schnelle und kreative Möglichkeit, Wasserkefir neu zu denken.

Was meine bisherigen Favoriten sind, schreibe ich Euch im nächsten Beitrag. 🌿

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