Nachtschattengewächse Solanum und Verwandte
Pepino, Tamarillo, Tomate, Aubergine und Physalis. Die Nachtschattengewächse aus meinem Garten im Vergleich, mit Kultur, Überwinterung, einer Übersicht zu essbaren und giftigen Arten und Videos aus der Praxis.
Zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae) gehören einige der wichtigsten Nutzpflanzen überhaupt: Tomate, Kartoffel, Aubergine, Paprika und Chili. Daneben gibt es viele exotische Verwandte aus Südamerika, die sich bei uns erstaunlich gut im Kübel ziehen lassen. In meinem Garten wachsen neben Tomaten vor allem Pepino, Tamarillo und Physalis, und einige davon überwintern seit Jahren im Haus.
Schnelle Ernte im ersten Jahr? Cherry-Tomaten, Tomatillo und Andenbeere tragen schon in der ersten Saison zuverlässig. Exot für den Kübel? Pepino und Tamarillo sind mehrjährig und werden mit jedem Jahr ertragreicher, brauchen aber ein helles, frostfreies Winterquartier. Wenig Platz? Die Zwerg-Tamarillo bleibt kompakt.
Alle Arten im Überblick
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Pepino
Die Melonenbirne mit gestreiften, saftigen Früchten. Wächst buschig, lässt sich leicht über Stecklinge vermehren und frostfrei überwintern.
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Die Baumtomate wächst zu einem kleinen Strauch heran und trägt eiförmige, säuerlich-aromatische Früchte. Im Winter hell und frostfrei halten.
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Bleibt deutlich kleiner als die echte Tamarillo und trägt kleine orange Früchte. Wird oft unter dem alten Namen Cyphomandra gehandelt.
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Der Klassiker unter den Nachtschattengewächsen. Bei mir vor allem Cherry-Tomaten, die zuverlässig und bis in den Spätherbst tragen.
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Wärmebedürftiger als die Tomate. Gedeiht am besten im Gewächshaus oder an einer geschützten, sonnigen Hauswand.
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Süß-säuerliche Beeren in der typischen Lampionhülle. Braucht Sonne und gleichmäßige Wassergaben, damit sie reichlich ansetzt.
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Die grüne Salsa-Frucht aus Mexiko. Wüchsig, robust und ertragreich, sät sich gerne auch selbst wieder aus.
Video ansehen → CapsicumChili und Paprika
Auch Chilis gehören zu den Nachtschattengewächsen. Für sie gibt es einen eigenen Hub mit über 50 Sorten.
Zum Chili-Hub →Vergleichstabelle Kultur und Überwinterung
| Art | Botanisch | Kultur | Überwintern |
|---|---|---|---|
| Tomate | Solanum lycopersicum | einjährig, Freiland oder Gewächshaus | nein |
| Aubergine | Solanum melongena | einjährig, sehr warm | nein |
| Pepino | Solanum muricatum | mehrjährig, Kübel | ja, hell und frostfrei |
| Tamarillo | Solanum betaceum | mehrjähriger Strauch, Kübel | ja, hell und frostfrei |
| Zwerg-Tamarillo | Solanum abutiloides | mehrjährig, Kübel | ja, hell und frostfrei |
| Andenbeere | Physalis peruviana | mehrjährig, meist einjährig gezogen | möglich, frostfrei |
| Tomatillo | Physalis philadelphica | einjährig, Freiland | nein |
| Chili | Capsicum | mehrjährig, Kübel | ja, hell und frostfrei |
Essbar oder giftig
Bei fast allen Solanum-Arten sind Blätter, Stängel und unreife Früchte giftig. Sie enthalten Glykoalkaloide wie Solanin, die beim Reifen abgebaut werden. Bei manchen Arten sind die vollreifen Früchte trotzdem essbar, bei anderen bleiben sie giftig. Die Ampel zeigt, wo welche Art steht.
| Einstufung | Art | Hinweis zur Frucht |
|---|---|---|
| ● essbar | Tomate Solanum lycopersicum | Nur rot oder sortentypisch ausgereift. Unreife grüne Früchte enthalten deutlich mehr Alkaloide, Kochen hilft kaum. |
| ● essbar | Aubergine Solanum melongena | Reife Früchte moderner Sorten sind unbedenklich. |
| ● essbar | Pepino Solanum muricatum | Vollreife Früchte, erkennbar an Farbe und Duft. |
| ● essbar | Tamarillo Solanum betaceum | Vollreife Früchte, Schale wird meist nicht mitgegessen. |
| ● essbar | Zwerg-Tamarillo Solanum abutiloides | Nur vollreife gelb-orange Früchte, und nur solange sie nicht bitter schmecken. Unreife Früchte und Blätter sind mäßig giftig, Vorsicht bei Haustieren. Der Geschmack schwankt, weil die Art nicht auf Aroma gezüchtet ist. Ich habe die reifen Früchte selbst probiert. |
| ● essbar | Naranjilla, Lulo Solanum quitoense | Vollreife Früchte, vor allem als Saft. |
| ● essbar | Cocona Solanum sessiliflorum | Vollreife rote, orange oder gelbe Früchte. |
| ● essbar | Tzimbalo Solanum caripense | Vollreife Früchte, ähnlich der Pepino. |
| ● essbar | Wonderberry, Sunberry Solanum retroflexum | Nur vollreife blauschwarze Beeren. Saatgut nur mit botanischem Namen kaufen. |
| ● essbar | Garden Huckleberry Solanum scabrum | Nur vollreif und meist gekocht. Der Name wird auch für den Schwarzen Nachtschatten verwendet. |
| ● essbar | Känguruapfel Solanum aviculare, S. laciniatum | Nur vollreife orange Früchte, grün giftig. |
| ● essbar | Buschtomate Solanum centrale | Nur vollreif. Mehrere ähnliche Arten sind giftig, sichere Bestimmung ist Pflicht. |
| ● umstritten | Schwarzer Nachtschatten Solanum nigrum | Reife Beeren werden regional gegessen, der Giftgehalt schwankt stark. Unreife Beeren sind giftig. Ich rate davon ab. |
| ● umstritten | Erbsenaubergine Solanum torvum | In Asien als Gemüse verbreitet, trotzdem sind Vergiftungen dokumentiert. |
| ● stark giftig | Bittersüßer Nachtschatten Solanum dulcamara | Heimische Wildpflanze mit roten Beeren. Unreife Beeren können für Kinder tödlich sein, auch reife verursachen Übelkeit und Erbrechen. |
| ● stark giftig | Kartoffel (Beeren) Solanum tuberosum | Nur die Knolle ist essbar. Die tomatenähnlichen Beeren sind giftig, egal in welcher Farbe. |
| ● stark giftig | Sodomsapfel Solanum linnaeanum | Hochgiftig für Mensch und Tier, besonders unreif. |
| ● stark giftig | Wilder Tabak Solanum mauritianum | Alle Teile giftig, Todesfälle nach dem Verzehr der Beeren sind beschrieben. |
| ● giftig | Korallenbäumchen Solanum pseudocapsicum | Beliebte Zimmerpflanze. Schwach giftig für Menschen, stark für Hunde und Vögel. Leicht mit Cherrytomaten zu verwechseln. |
| ● giftig | Zitzenfrucht Solanum mammosum | Zierfrucht, reif giftig. |
Die Einstufung ist eine Orientierung und keine Freigabe. Der Alkaloidgehalt schwankt je nach Herkunft, Sorte und Standort, und für viele Wildarten gibt es kaum Messwerte. Iss nur Früchte, die du sicher bestimmt hast und die vollständig ausgereift sind. Bei Verdacht auf eine Vergiftung hilft der Giftnotruf deines Bundeslandes, in Berlin zum Beispiel unter 030 19240, im Notfall die 112.
Was alle Nachtschattengewächse gemeinsam haben
Fast alle Arten stammen aus warmen Regionen Amerikas. Ausgepflanzt wird erst nach den Eisheiligen, an einen sonnigen, geschützten Platz.
Tomaten, Pepino und Co. brauchen nährstoffreiches Substrat und regelmäßige Düngung, im Kübel gleichmäßig feucht, aber ohne Staunässe.
Tomate, Kartoffel und Aubergine sind anfällig für dieselben Krankheiten wie die Kraut- und Braunfäule. Deshalb nicht jedes Jahr am selben Platz anbauen. Grüne Pflanzenteile und unreife Früchte enthalten Solanin und sind nicht zum Verzehr geeignet.
Nachtschattengewächse im Video
Cherry-Tomaten von der Aussaat bis zur Hitzewelle, Pepino-Stecklinge und die Frage nach dem Ausgeizen, Tamarillo im Winterquartier und die wilde Tomatillo. Diese Videos aus meinem Kanal Tropicalgreen zeigen meine Pflanzen in der Praxis.
Tomatenblätter voller Flecken: Was im Gewächshaus jetzt sofort hilft
In der Mediathek ansehen →Tamarillo verliert Blätter? So überwinterst du die Baumtomate richtig
In der Mediathek ansehen →Zwerg-Tamarillo richtig benennen: Solanum abutiloides statt Cyphomandra
In der Mediathek ansehen →Der Player lädt erst beim Klick. Die Vorschaubilder werden von YouTube geladen. Alle weiteren Videos findest du in der Mediathek.
Aus dem Garten in die Küche: Tomaten verarbeite ich gerne zu Sauce.
Tomatensauce mit Stevia
Chilisorten in Kultur
Mehr als nur Tomaten
Wer schnell ernten will, setzt auf Cherry-Tomaten, Tomatillo und Andenbeere. Wer Exoten mag, findet in Pepino und Tamarillo dankbare Kübelpflanzen, die mit jedem Winter im Haus kräftiger werden.
Die Sammlung wächst weiter. Neue Arten und Erfahrungen ergänze ich hier laufend.
