Nachtschattengewächse Solanum und Verwandte

Pepino, Tamarillo, Tomate, Aubergine und Physalis. Die Nachtschattengewächse aus meinem Garten im Vergleich, mit Kultur, Überwinterung, einer Übersicht zu essbaren und giftigen Arten und Videos aus der Praxis.

Zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae) gehören einige der wichtigsten Nutzpflanzen überhaupt: Tomate, Kartoffel, Aubergine, Paprika und Chili. Daneben gibt es viele exotische Verwandte aus Südamerika, die sich bei uns erstaunlich gut im Kübel ziehen lassen. In meinem Garten wachsen neben Tomaten vor allem Pepino, Tamarillo und Physalis, und einige davon überwintern seit Jahren im Haus.

💡 So findest du das richtige Nachtschattengewächs

Schnelle Ernte im ersten Jahr? Cherry-Tomaten, Tomatillo und Andenbeere tragen schon in der ersten Saison zuverlässig. Exot für den Kübel? Pepino und Tamarillo sind mehrjährig und werden mit jedem Jahr ertragreicher, brauchen aber ein helles, frostfreies Winterquartier. Wenig Platz? Die Zwerg-Tamarillo bleibt kompakt.

Alle Arten im Überblick

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Vergleichstabelle Kultur und Überwinterung

ArtBotanischKulturÜberwintern
TomateSolanum lycopersicumeinjährig, Freiland oder Gewächshausnein
AubergineSolanum melongenaeinjährig, sehr warmnein
PepinoSolanum muricatummehrjährig, Kübelja, hell und frostfrei
TamarilloSolanum betaceummehrjähriger Strauch, Kübelja, hell und frostfrei
Zwerg-TamarilloSolanum abutiloidesmehrjährig, Kübelja, hell und frostfrei
AndenbeerePhysalis peruvianamehrjährig, meist einjährig gezogenmöglich, frostfrei
TomatilloPhysalis philadelphicaeinjährig, Freilandnein
ChiliCapsicummehrjährig, Kübelja, hell und frostfrei

Essbar oder giftig

Bei fast allen Solanum-Arten sind Blätter, Stängel und unreife Früchte giftig. Sie enthalten Glykoalkaloide wie Solanin, die beim Reifen abgebaut werden. Bei manchen Arten sind die vollreifen Früchte trotzdem essbar, bei anderen bleiben sie giftig. Die Ampel zeigt, wo welche Art steht.

EinstufungArtHinweis zur Frucht
● essbarTomate
Solanum lycopersicum
Nur rot oder sortentypisch ausgereift. Unreife grüne Früchte enthalten deutlich mehr Alkaloide, Kochen hilft kaum.
● essbarAubergine
Solanum melongena
Reife Früchte moderner Sorten sind unbedenklich.
● essbarPepino
Solanum muricatum
Vollreife Früchte, erkennbar an Farbe und Duft.
● essbarTamarillo
Solanum betaceum
Vollreife Früchte, Schale wird meist nicht mitgegessen.
● essbarZwerg-Tamarillo
Solanum abutiloides
Nur vollreife gelb-orange Früchte, und nur solange sie nicht bitter schmecken. Unreife Früchte und Blätter sind mäßig giftig, Vorsicht bei Haustieren. Der Geschmack schwankt, weil die Art nicht auf Aroma gezüchtet ist. Ich habe die reifen Früchte selbst probiert.
● essbarNaranjilla, Lulo
Solanum quitoense
Vollreife Früchte, vor allem als Saft.
● essbarCocona
Solanum sessiliflorum
Vollreife rote, orange oder gelbe Früchte.
● essbarTzimbalo
Solanum caripense
Vollreife Früchte, ähnlich der Pepino.
● essbarWonderberry, Sunberry
Solanum retroflexum
Nur vollreife blauschwarze Beeren. Saatgut nur mit botanischem Namen kaufen.
● essbarGarden Huckleberry
Solanum scabrum
Nur vollreif und meist gekocht. Der Name wird auch für den Schwarzen Nachtschatten verwendet.
● essbarKänguruapfel
Solanum aviculare, S. laciniatum
Nur vollreife orange Früchte, grün giftig.
● essbarBuschtomate
Solanum centrale
Nur vollreif. Mehrere ähnliche Arten sind giftig, sichere Bestimmung ist Pflicht.
● umstrittenSchwarzer Nachtschatten
Solanum nigrum
Reife Beeren werden regional gegessen, der Giftgehalt schwankt stark. Unreife Beeren sind giftig. Ich rate davon ab.
● umstrittenErbsenaubergine
Solanum torvum
In Asien als Gemüse verbreitet, trotzdem sind Vergiftungen dokumentiert.
● stark giftigBittersüßer Nachtschatten
Solanum dulcamara
Heimische Wildpflanze mit roten Beeren. Unreife Beeren können für Kinder tödlich sein, auch reife verursachen Übelkeit und Erbrechen.
● stark giftigKartoffel (Beeren)
Solanum tuberosum
Nur die Knolle ist essbar. Die tomatenähnlichen Beeren sind giftig, egal in welcher Farbe.
● stark giftigSodomsapfel
Solanum linnaeanum
Hochgiftig für Mensch und Tier, besonders unreif.
● stark giftigWilder Tabak
Solanum mauritianum
Alle Teile giftig, Todesfälle nach dem Verzehr der Beeren sind beschrieben.
● giftigKorallenbäumchen
Solanum pseudocapsicum
Beliebte Zimmerpflanze. Schwach giftig für Menschen, stark für Hunde und Vögel. Leicht mit Cherrytomaten zu verwechseln.
● giftigZitzenfrucht
Solanum mammosum
Zierfrucht, reif giftig.
Wichtig

Die Einstufung ist eine Orientierung und keine Freigabe. Der Alkaloidgehalt schwankt je nach Herkunft, Sorte und Standort, und für viele Wildarten gibt es kaum Messwerte. Iss nur Früchte, die du sicher bestimmt hast und die vollständig ausgereift sind. Bei Verdacht auf eine Vergiftung hilft der Giftnotruf deines Bundeslandes, in Berlin zum Beispiel unter 030 19240, im Notfall die 112.

Was alle Nachtschattengewächse gemeinsam haben

Wärme und Sonne

Fast alle Arten stammen aus warmen Regionen Amerikas. Ausgepflanzt wird erst nach den Eisheiligen, an einen sonnigen, geschützten Platz.

Starkzehrer

Tomaten, Pepino und Co. brauchen nährstoffreiches Substrat und regelmäßige Düngung, im Kübel gleichmäßig feucht, aber ohne Staunässe.

Fruchtfolge und Giftigkeit

Tomate, Kartoffel und Aubergine sind anfällig für dieselben Krankheiten wie die Kraut- und Braunfäule. Deshalb nicht jedes Jahr am selben Platz anbauen. Grüne Pflanzenteile und unreife Früchte enthalten Solanin und sind nicht zum Verzehr geeignet.

Nachtschattengewächse im Video

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Mehr als nur Tomaten

Wer schnell ernten will, setzt auf Cherry-Tomaten, Tomatillo und Andenbeere. Wer Exoten mag, findet in Pepino und Tamarillo dankbare Kübelpflanzen, die mit jedem Winter im Haus kräftiger werden.

Die Sammlung wächst weiter. Neue Arten und Erfahrungen ergänze ich hier laufend.

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