Kefir vermehren
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Kann man gekauften Kefir weiter vermehren?

Vor einiger Zeit war ich im Bio-Laden, dabei ist mir ein Kefir aus dem Allgäu ins Auge gefallen. Laut Beschreibung sollte alles an diesem Produkt naturbelassen sein. Entdeckt hatte ich diesen Kefir kurz nach unserer Vietnam-Reise – also vor ein paar Wochen. Nachdem wir ihn gekauft und probiert hatten, stand für uns ziemlich schnell fest: Das ist bisher der beste Kefir, den man im Laden bekommen kann.

Auch wenn ein Bio-Markt nicht unbedingt dem klassischen Supermarkt entspricht, finde ich es durchaus lobenswert, dass es solche Produkte gibt – und dass wir so die Möglichkeit hatten, genau diesen Kefir zu testen.

Über Wochen war er allerdings nicht mehr verfügbar. Das fand ich ehrlich gesagt nicht so toll, denn zu diesem Zeitpunkt machte ich Kefir noch nicht selbst.

Vergangenen Donnerstag bin ich wieder spontan in den Bio-Laden gegangen. Eigentlich wollte ich Schafsmilch kaufen, um einen Schafsmilch-Kefir anzusetzen. Alleine die unterschiedlichen Milchmarken bringen komplett verschiedene Geschmacksmuster hervor. Mit den gängigen Bio-Marken wurde der Kefir zwar gut und sprudelig, aber meist auch recht sauer. Sauer ist für mich nicht dramatisch – aber ein milder Kefir, der sprudelt, dickflüssiger als Milch ist und trotzdem wenig Säure hat, das wäre ideal.

Mit der Bio-H-Milch von Netto hat das bisher am besten funktioniert. Das war der mildeste Kefir, den ich hinbekommen habe.

Doch zurück zum fertig gekauften Allgäuer Kefir.

Nachdem ich mich nun schon einige Tage intensiver mit dem Thema beschäftigt und selbst Milch mit Kefir-Knollen angesetzt hatte, war mir klar: Gekaufter Kefir wird in der Regel nicht mit klassischen Kefir-Knollen hergestellt. Meist verzichtet man bewusst auf die Hefen und arbeitet nur mit Bakterienkulturen. Diese bilden kaum Alkohol und praktisch keine Kohlensäure. Für den Handel ist das natürlich ideal – keine überdruckten Verpackungen, keine „explodierenden“ Flaschen. Geschmacklich ist das für mich aber oft nicht das, was einen richtig guten Kefir ausmacht.

Bis eben zu diesem Kefir aus dem Allgäu.

Ich war also auf dem Nachhauseweg, hatte die Flasche dabei und mit jedem Schluck wurde mir klar: Das muss ich versuchen. Wenn ich bei Joghurt einen Rest aus dem Becher mit Milch verrühre, entsteht am Ende wieder Joghurt. Warum sollte das mit Kefir nicht genauso funktionieren? Auf der Verpackung stand schließlich „naturbelassen“. Also nichts totpasteurisiert, keine komplett inaktiven Kulturen – so zumindest meine Annahme.

Gesagt, getan. Zuhause habe ich den Rest – etwa vier Esslöffel – mit knapp einem halben Liter Milch verrührt. Lieber erstmal eine kleinere Menge, falls es schiefgeht und man unnötig Lebensmittel entsorgen muss.

Nach einem Tag passierte noch nichts. Am zweiten Tag war die Milch immer noch sehr flüssig. Allerdings fiel mir auf, dass der Geruch leicht süßlich war. Ich führte das auf die aktiven Kefir-Kulturen zurück, die gerade dabei waren, ihr neues „Reich“ zu erobern.

An Tag drei sah die Sache plötzlich ganz anders aus. Die Konsistenz hatte sich deutlich verändert. Der angesetzte Kefir war spürbar dickflüssiger und hatte genau die Eigenschaften des gekauften Produkts – nur eben selbst gemacht. Mild, angenehm im Geschmack und mit genau der Textur, die wir so gut fanden.

Damit war für mich klar: Ja, man kann gekauften Kefir weiter vermehren – zumindest dann, wenn noch aktive Kulturen enthalten sind. Es dauert unter Umständen etwas länger als mit klassischen Kefir-Knollen, aber es funktioniert.

Bei meinen weiteren Recherchen bin ich außerdem auf einen interessanten Shop gestoßen, der unterschiedliche Mischungen aus Bakterienstämmen anbietet. Je nach Zusammensetzung sollen ganz verschiedene Geschmacks- und Konsistenzprofile entstehen. Das werde ich definitiv testen – und Euch natürlich auf dem Laufenden halten.

Mit dem Ergebnis bin ich jedenfalls voll zufrieden. Der selbst angesetzte Kefir hat genau die Eigenschaften des gekauften Produkts – mild, angenehm dickflüssig und geschmacklich absolut überzeugend.

Jetzt warte ich gespannt auf meine anderen Kefir-Kulturen und bin neugierig, welche Unterschiede sich damit noch herausarbeiten lassen.

Schreibt mir gerne in die Kommentare, ob ihr das auch schon einmal versucht habt. Wie waren eure Ergebnisse?

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