Kefir aus Bakterienkulturen – die Starterkultur Kefir 51 im Praxistest
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Kefir-51 Starterkultur Test: Kefir ohne Knollen herstellen

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Kefir aus Bakterienkulturen – die Starterkultur Kefir-51 im Praxistest

Was, wenn man Kefir ganz ohne Knollen ansetzen kann – einfach aus einem Pulver? Ich habe die Direktstartkultur Kefir-51 ausprobiert und bin begeistert vom Ergebnis.

Wie ich zur Kefir-51 Starterkultur kam

Wer meinen letzten Beitrag zur Milch-Kefir-Produktion gelesen hat, weiß: Ich habe inzwischen eine stattliche Menge an Kefirknollen. Die vermehren sich prächtig, und ich habe reichlich Kefir produziert. Doch irgendwann kommt der Moment, an dem man neugierig wird: Gibt es noch andere Wege, Kefir herzustellen?

Ich bin also ins Internet abgetaucht und habe recherchiert. Auslöser war übrigens ein fertiger Kefir aus dem Allgäu, den ich genutzt hatte, um eine neue Charge anzusetzen – das hatte wunderbar funktioniert. Weil mir dabei klar wurde, dass dieser Kefir auf reinen Bakterienkulturen basiert und keine klassischen Kefirknollen enthält, schaute ich mich gezielt nach solchen Kulturen um.

Nach einiger Recherche stieß ich auf eine Webseite, die sich hauptsächlich dem Thema Käse widmet, aber auch Kefir- und Joghurtkulturen im Sortiment hat. (Zum Thema Joghurt folgt übrigens ein eigener Beitrag – ich habe dort ebenfalls spannende Kulturen entdeckt.) Unter den Kefirkulturen fand ich zwei interessante Varianten: Kefir-51 und Kefir-31. Den ersten Test habe ich mit dem Kefir-51 gemacht.

💡 Was ist der Unterschied: Knollen-Kefir vs. Bakterienkultur-Kefir?

Kefirknollen sind lebende Symbiosen aus Bakterien und Hefen, die in einer Gelmatrix (Kefiran) eingebettet sind. Sie müssen regelmäßig „gefüttert“ werden und vermehren sich kontinuierlich.

Bakterienkulturen als Pulver (Lyophilisat) enthalten dieselben Mikroorganismen in getrockneter Form. Man gibt das Pulver direkt in die Milch, fermentiert – und ist fertig. Keine Pflege, kein Durchsieben, kein Abwiegen von Knollen.

Kefir-51: Pulverkultur ohne Knollen ansetzen

Was ist Kefir-51 überhaupt?

Der Kefir-51 ist eine sogenannte Direktstarterkultur zur direkten Inokulierung – sprich: Das Pulver wird direkt in die Milch eingerührt, ohne dass man vorher eine Zwischenstufe braucht. Es handelt sich um ein gefriergetrocknetes Lyophilisat, das im Tiefkühler aufbewahrt wird und dort lange haltbar ist. Das verschraubbare Päckchen lässt sich mehrfach öffnen, dosieren und wieder verschließen.

Ein Päckchen ist für 100 oder 1.000 Liter Milch ausgelegt – man verwendet also jedes Mal nur eine ganz kleine Menge Pulver. Das macht die Kultur erstaunlich wirtschaftlich.

Kefir-51 Verpackung – Starterkultur Pulver
Die Verpackung des Kefir-51: verschraubbares Päckchen mit Lyophilisat, gelagert im Tiefkühler.

Zutaten und Eigenschaften im Überblick

Merkmal Details
Kulturtyp Direktstarterkultur (Lyophilisat / Pulver)
Anwendung Kefir, Sauermilch
Optimale Temperatur 28 – 32 °C
Lagerung Tiefkühler (gefriergetrocknet, hitzestabil für den Transport)
Packungsgröße Für 100 L oder 1.000 L Milch
Enthaltene Kulturen Lactococcus lactis subsp. lactis
Lactococcus lactis subsp. cremoris
Lactococcus lactis subsp. lactis biovar diacetylactis
Leuconostoc mesenteroides subsp. cremoris
Saccharomyces unisporus

Eigenschaften auf einen Blick

Die Kultur hat ein sehr ausgewogenes Profil. Besonders der intensive Geruch und das Aroma stechen positiv hervor:

EigenschaftIntensität
Gasbildung
++++
Proteolytische Aktivität
Fermentationsaktivität
++
Viskosität
+
Aroma / Geruch
+++++
Fließfähigkeit

Kefir-51 ansetzen: So habe ich es gemacht

Ehrlich gesagt braucht man für das Ansetzen keine große Anleitung. Das Prinzip ist denkbar einfach: Pulver in Milch einrühren, warm stellen, warten. Hier trotzdem mein genaues Vorgehen:

  1. Eine kleine Menge des Kefir-51-Pulvers abmessen (Menge je nach Packungsangabe) – ideal ist ein kleiner Messlöffel für präzise Dosierung.
  2. Das Pulver in frische Milch einrühren und gut verrühren.
  3. Das Glas verschließen und an einen warmen Ort stellen – ich habe die Heizung im Badezimmer genutzt.
  4. Damit die Wärme nicht zu direkt auf das Glas wirkt, habe ich einen gefalteten Waschlappen als Unterlage verwendet. Das dämpft die Temperatur etwas ab und hält sie gleichmäßiger.
  5. Den Kefir abends angesetzt und über Nacht fermentieren lassen.
Kefir-51 Pulver abmessen mit KitchenAid Messlöffel
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Kefir-51 Pulver in Milch einrühren
Das Pulver wird direkt in die Milch eingerührt – kein Vorquellen, keine Zwischenstufen nötig.
Tipp zur Temperatur

Die optimale Fermentationstemperatur für den Kefir-51 liegt bei 28–32 °C. Eine Heizung, die auf mittlere Stufe eingestellt ist, reicht vollkommen aus. Wer es genauer mag, kann ein Backofenthermometer verwenden – perfekt ist ein Wert um die 30 °C.

Wie lange dauert die Fermentation?

Am nächsten Morgen – also nach etwa 10 Stunden – war der Kefir noch weitgehend flüssig. Kein Grund zur Sorge! Ich ließ ihn einfach weiter ziehen. Gegen späten Vormittag wurde er spürbar dickflüssiger, und als ich das Glas öffnete, hörte ich ein leises „Pfff“ – ein untrügliches Zeichen, dass die Gasbildung läuft und alles nach Plan verläuft.

Kurz vor Mittag war der Kefir dem Ziel sehr nah. Ich hatte allerdings erst abends Zeit für eine ausführliche Verkostung – also ließ ich ihn noch ein paar Stunden im Kühlschrank nachziehen.

Gesamtfermentationszeit: ca. 16–20 Stunden bei Zimmertemperatur auf der Heizung – das ist ganz normal und entspricht den Angaben für diese Kulturart.

Wie schmeckt Kefir-51?

Das erste, was mir beim Öffnen des Glases auffiel: Die Konsistenz ist nicht glatt wie beim klassischen Knollen-Kefir, sondern eher großflächig brüchig – der Kefir hat Risse und eine leicht körnige Oberfläche. Das sieht auf den ersten Blick etwas ungewohnt aus, ist aber völlig normal für diese Kulturart.

Kefir-51 fertig fermentiert – Ergebnis im Glas
Der fertige Kefir-51 im Glas – die brüchige Oberfläche ist typisch für diese Kultur.
Kefir-51 Konsistenz und Struktur nach der Fermentation
Die großflächig rissige Struktur unterscheidet sich deutlich vom klassischen Knollen-Kefir.

Beim Geschmack trumpft der Kefir-51 klar auf:

  • Angenehme, leichte Säure – nicht zu scharf, sehr ausgewogen
  • Kaum Kohlensäure – nur ein ganz zarter Prickel auf der Zunge
  • Intensives, wohlriechendes Aroma – das spiegelt die +++++-Bewertung der Hersteller wider
  • Insgesamt: ein sehr trinkfreundlicher, milder Kefir, der sich auch für Einsteiger eignet

Kefir-51 vs. Knollen-Kefir: Was sind die Unterschiede?

Diese Frage stellt sich natürlich unweigerlich. Hier mein direkter Vergleich nach eigener Erfahrung:

Kriterium Knollen-Kefir Kefir-51 (Pulverkultur)
Pflege nötig Ja (regelmäßig füttern) Nein
Flexibilität Eingeschränkt (Knollen brauchen Rhythmus) Hoch (jederzeit ansetzen)
Konsistenz Glatt bis cremig Etwas brüchiger, rissig
Gasbildung Variiert je nach Knollen Definiert (++++ laut Herstellerangabe)
Reproduzierbarkeit Schwankend Gleichbleibend
Aufwand Mittel bis hoch Sehr gering
Kosten Nach Anschaffung fast nichts Geringe laufende Kosten (Pulver)
🧫 Was steckt in der Kefir-51-Kultur?

Die fünf enthaltenen Mikroorganismen sorgen gemeinsam für das typische Kefiraroma:

Lactococcus lactis subsp. lactis & cremoris sind die Hauptfermenteure: Sie wandeln Milchzucker in Milchsäure um und machen den Kefir sauer und dick.

Lactococcus lactis subsp. lactis biovar diacetylactis produziert Diacetyl – das verleiht dem Kefir sein charakteristisches buttrig-aromatisches Aroma.

Leuconostoc mesenteroides subsp. cremoris trägt zur Aromaentwicklung und leichten Cremigkeit bei.

Saccharomyces unisporus ist die Hefe im Bunde – sie ist für die Kohlensäure und einen leichten fruchtig-hefigen Unterton verantwortlich.

Fazit: Kefir-51 ist eine echte Empfehlung

Die Starterkultur Kefir-51 ist eine hervorragende Alternative zum klassischen Knollen-Kefir – besonders für alle, die flexibel bleiben wollen. Einfach abends ansetzen, morgens ist der Kefir fertig: Das ist genau das, was ich mir von einer unkomplizierten Fermentationskultur wünsche.

Der Geschmack überzeugt mit milder Säure, wenig Kohlensäure und einem intensiven, angenehmen Aroma. Die etwas brüchige Konsistenz ist Gewöhnungssache, aber kein Nachteil.

Als nächstes steht der Vergleich mit der Kefir-31 an – und auch zu Joghurtkulturen gibt es bald einen eigenen Beitrag. Ich bin gespannt, was die Unterschiede ausmachen.

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