Explosion gaerung reinzuchthefe

Explosive Fermentation – Glasscherben wohin das Auge im Büro reicht

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Explodierende Fermentationsflasche – Was ich nie vergessen werde | gartenschlau.com

Rhabarber-Saft, Reinzuchthefe und ein Deckel, der „locker“ saß – zumindest dachte ich das. Was dann passierte, werde ich so schnell nicht vergessen.

Eigentlich wollte ich an diesem Montag gar nichts bezogen auf fermentierte Lebensmittel machen. Aber im Leben kommt es manchmal ganz anders als geplant – und manchmal sogar besser als erwartet, auch wenn sich das im ersten Moment nicht so anfühlt.

Joghurt und Kefir: Sonntag angesetzt, Montag fertig

Zunächst habe ich geschaut, was mein angesetzter Joghurt und mein Kefir-31 machen. Angesetzt hatte ich sie am Sonntagvormittag, und am frühen Montagabend waren sie definitiv fertig – aber dazu später mehr.

Der Joghurt ist definitiv lecker. Auch unsere Katzen lieben ihn – vor allem den Kater hört man durchs ganze Dorf, wenn er weiß, dass es ein Löffelchen Joghurt gibt. Und auf den selbst gemachten steht er total. Aber auch die Katze. Geschwister halt.

💡 Kefir-31 – Was ist das?

Kefir-31 ist eine spezielle Kefirkultur mit 31 verschiedenen Mikroorganismen – Bakterien und Hefen – die gemeinsam die Fermentation übernehmen. Im Vergleich zu Standard-Kefirkulturen soll er besonders aromatisch und komplex im Geschmack sein.

Ein kurzer Abstecher ins Büro – und ein merkwürdiger Geruch

Nachdem ich mich gestärkt hatte, machte ich mich daran, alte Papiere auszusortieren. Vermutlich hätte ich die ohnehin nicht mehr angeschaut – dann können die auch weg. Mehr Platz für andere Dinge.

Davor war ich noch kurz in meinem Büro und hatte meinen Drucker mit neuem Papier befüllt. Dabei bemerkte ich, dass es recht stark nach Hefe roch. Bei den Säften, die ich mit Reinzuchthefen versetzt hatte, schien aber alles normal zu sein – so wie ich sie auch am Sonntagabend, als ich am MacBook gearbeitet hatte, zurückgelassen hatte, als ich schlafen gegangen bin.

Also kein Büro, stattdessen aufräumen. Ich widmete mich dem zukünftigen Altpapier und war rund eineinhalb Stunden beschäftigt. Frei nach dem Motto: „Was man heut kann entsorgen, holt die Müllabfuhr am Morgen.“

Die Rückkehr ins Büro – und die große Verwunderung

Später bin ich dann doch ins Büro – und der zuvor wahrgenommene Geruch war noch intensiver. Aber wirklich gedacht hatte ich mir dabei noch nichts. Ich wandte mich dem Drucker zu, den ich zuvor mit Papier bestückt hatte, und wunderte mich, woher die ganzen Glasscherben und Splitter kamen.

Das ganze Büro war voll mit Glas. An sich konnte ich mir nicht vorstellen, dass irgendwo ein Glas runtergefallen ist – die Türen waren zu, es konnten also nicht die Katzen gewesen sein. Als ich mich genauer umsah, fielen mir noch mehr Scherben auf: wirklich in jeder Ecke, kleine, große und viele Splitter.

Da dämmerte es mir. Ich schaute zu den Flaschen.

⚠️ Was passiert war

Eine Flasche sah komisch aus – die hatte es komplett zerlegt. Von Sonntag wusste ich noch, dass nicht mehr viel in der Flasche drin war. Aber ich hatte Rhabarber-Saft mit Reinzuchthefe versetzt, und das Gemisch fing innerhalb kürzester Zeit an, Kohlensäure zu bilden. Obwohl wirklich nicht viel Flüssigkeit in der Flasche war und ich den Deckel nicht festgedreht hatte, bildete sich ein derart hoher Druck, dass die Flasche explodierte.

Die Aufräumaktion – und ein stiller Moment der Erleichterung

Nachdem ich die Glasscherben und -splitter aus fast allen Ecken des Büros geholt und gesaugt hatte, muss ich gestehen: Ich bin froh, nicht im Büro gewesen zu sein. Die Flasche befand sich keinen Meter von meinem Bürostuhl entfernt.

Ich will mir nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn ich daneben gesessen wäre.

🧪 Warum entsteht so viel Druck?

Reinzuchthefen sind besonders aktiv und produzieren bei der Fermentation von Zucker (auch aus Fruchtsäften wie Rhabarber) CO₂ in hoher Geschwindigkeit. Selbst wenn eine Flasche nur noch halb gefüllt ist, kann sich der entstehende Gasdruck so stark aufbauen, dass eine gewöhnliche Glasflasche das nicht mehr aushält – besonders wenn der Verschluss den Druck nicht entweichen lässt.

Was ich daraus mitgenommen habe – und was du wissen solltest

Fermentieren macht Spaß, das Ergebnis schmeckt um Welten besser als gekaufte Produkte, und es ist ein tolles Gefühl, etwas selbst hergestellt zu haben. Das ist alles wahr. Aber:

Bitte seid immer vorsichtig. Wenn so eine Flasche explodiert, kann es schnell gefährlich werden. Glasscherben und -splitter fliegen in alle Richtungen – das Verletzungsrisiko ist real.

✅ Sicherheitstipps für die Fermentation zuhause

Ort bewusst wählen: Platziert eure Fermentationsgefäße idealerweise an Orten, wo eine Explosion keinen Schaden anrichten kann – abseits von Schreibtisch, Bücherregal oder Schlafplätzen.

Deckel wirklich locker lassen: Ich dachte, mein Deckel wäre locker – war er aber nicht. Im Zweifel lieber nochmal nachkontrollieren oder den Deckel ganz aufgelegt lassen.

Kleine Füllmengen sind kein Schutz: Dass wenig Flüssigkeit in der Flasche war, hat den Druck nicht verringert – im Gegenteil, das Gasvolumen konnte sich schnell aufbauen.

Regelmäßig kontrollieren: Besonders in den ersten 24–48 Stunden nach dem Ansetzen kann die Aktivität sehr hoch sein. Mehrmals täglich kurz den Druck ablassen.

Die richtige Ausrüstung: Gärkappe oder Bügelverschlussglas

Mit der richtigen Ausrüstung lässt sich das Risiko deutlich reduzieren. Eine Gärkappe erlaubt es dem CO₂, kontrolliert zu entweichen, ohne dass Außenluft eindringt. Einmachgläser mit Bügelverschluss sind ebenfalls eine gute Option – der Gummiring dichtet zwar ab, gibt aber bei zu hohem Druck etwas nach.

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Bei mir war der Deckel locker – zumindest dachte ich das. War er wohl doch nicht locker genug. Beim nächsten Mal kommt eine Gärkappe drauf, da bin ich mir sicher.

Fazit: Fermentieren ist toll – aber Respekt vor dem Prozess ist Pflicht

Joghurt, Kefir, fermentierter Rhabarber-Saft – all das ist wunderbar und lohnt sich. Aber der Prozess hat seine eigenen Regeln, und Druck ist dabei keine Kleinigkeit. Mein Büro war danach wie ein Glasscherben-Schlachtfeld.

Die wichtigsten Lehren: Gefäße nicht fest verschließen, regelmäßig kontrollieren, bewusst platzieren – und im besten Fall eine Gärkappe verwenden. Dann macht das Fermentieren weiterhin Spaß, ohne dass man hinterher stundenlang Glasscherben saugt.

Und der Joghurt? War übrigens richtig lecker. Die Katzen können das bestätigen.

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