Cassia bakeriana x fistula – Anzucht, Pflege und Besonderheiten
Cassia bakeriana x fistula – Anzucht, Pflege und Besonderheiten
Eine faszinierende Hybride aus zwei spektakulären Cassia-Arten, die das Beste beider Welten vereint
| Familie | Fabaceae (Hülsenfrüchtler) |
| Heimat | Gartenhybride (Eltern aus Südostasien) |
| Wuchshöhe | 3-8 m als Baum |
| Blütezeit | März bis Juni |
| Schwierigkeit | ⭐⭐⭐⭐ (anspruchsvoll) |
Herkunft und Botanik
Diese außergewöhnliche Cassia-Hybride ist für mich eine der spannendsten Kreuzungen in der Welt der tropischen Bäume. Sie vereint die rosafarbenen Blüten der Cassia bakeriana mit der robusten Wuchsform der goldgelb blühenden Cassia fistula. Das Ergebnis? Ein Baum, der mich jedes Jahr aufs Neue begeistert!
Die Hybride entwickelt eine ausladende Krone mit gefiederten Blättern, die sich abends zusammenfalten – ein faszinierendes Schauspiel. Die Blüten erscheinen in hängenden Trauben und zeigen oft eine Farbmischung von Rosa bis Gelb, manchmal sogar mehrfarbig an einem Baum. Diese genetische Vielfalt macht jede Pflanze zu einem Unikat.
Botanisch gehört diese Kreuzung zur Familie der Fabaceae und zeigt die typischen Merkmale beider Elternarten: die spektakuläre Blütenpracht der bakeriana und die Anpassungsfähigkeit der fistula.
Aussaat und Anzucht
Die Vermehrung dieser Hybride erfolgt ausschließlich über Samen, da die Kreuzung meist steril ist oder nur wenige keimfähige Samen produziert. Ich habe die besten Erfahrungen mit frischen Samen gemacht, die ich zunächst 24 Stunden in warmem Wasser vorquelle.
Die Keimtemperatur sollte konstant bei 25-28°C liegen – hier verwende ich eine beheizte Anzuchtplatte. Als Substrat mische ich Kokoserde mit Perlite im Verhältnis 2:1, das sorgt für gute Drainage bei ausreichender Feuchtigkeit. Die Keimzeit beträgt meist 10-21 Tage, kann aber auch bis zu 6 Wochen dauern.
Wichtig ist absolute Gleichmäßigkeit bei Temperatur und Feuchtigkeit. Ich decke die Anzuchtschalen mit Klarsichtfolie ab und lüfte täglich. Sobald die ersten echten Blättchen erscheinen, gewöhne ich die Sämlinge langsam an niedrigere Luftfeuchtigkeit.
Pflege und Standort
Diese Hybride ist definitiv nichts für Anfänger – sie braucht viel Aufmerksamkeit und die richtigen Bedingungen. Der Standort muss vollsonnig und warm sein, mindestens 6 Stunden direktes Sonnenlicht täglich. Im Sommer stelle ich meine Pflanzen gerne ins Freie, aber erst wenn die Nachttemperaturen dauerhaft über 15°C liegen.
Die Wassergabe erfordert Fingerspitzengefühl: Im Wachstum reichlich gießen, aber Staunässe unbedingt vermeiden. Ich prüfe die Erdfeuchte täglich mit dem Finger. Im Winter reduziere ich die Wassergaben deutlich, aber völlig austrocknen darf das Substrat nie.
Gedüngt wird von April bis September alle zwei Wochen mit einem ausgewogenen Flüssigdünger. Besonders wichtig sind Spurenelemente – ich verwende gerne einen speziellen Kübelpflanzendünger.
Die Überwinterung ist die größte Herausforderung: Temperaturen zwischen 12-18°C, sehr heller Standort und sparsame Wassergaben. Ein beheiztes Gewächshaus oder Wintergarten ist praktisch unverzichtbar.
Besonderheiten und Verwendung
Was diese Hybride so besonders macht, ist ihre unvorhersagbare Blütenfärbung. Ich habe schon Exemplare gesehen, die am selben Baum rosa, gelbe und zweifarbige Blüten trugen! Diese Variabilität macht jede Pflanze zu einem lebenden Kunstwerk.
Die Blütezeit beginnt meist im dritten oder vierten Standjahr. Die hängenden Blütentrauben können bis zu 30 cm lang werden und verströmen einen zarten, süßlichen Duft. Nach der Blüte entwickeln sich lange, braune Hülsen mit den begehrten Samen.
Als Kübelpflanze eignet sie sich hervorragend für Wintergärten, große Gewächshäuser oder als sommerlicher Blickfang auf der Terrasse. In sehr milden Klimazonen kann sie sogar ausgepflanzt werden, benötigt dann aber Winterschutz.
Um die Blütenbildung zu fördern, setze ich meine Cassia-Hybride im Winter bewusst etwas kühler (12-15°C) und reduziere die Düngung komplett. Diese Ruhephase simuliert die natürliche Trockenzeit und regt die Blütenknospenbildung an. Ab Februar langsam wärmer stellen und wieder düngen.
Alle Pflanzenteile der Cassia sind schwach giftig! Besonders die Samen und Hülsen sollten nicht verzehrt werden. Bei Haushalten mit Kindern oder Haustieren ist Vorsicht geboten. Nach dem Umtopfen oder Schneiden immer gründlich Hände waschen.

