Eucalyptus lehmannii ssp. parallela – Anzucht, Pflege und Besonderheiten
Eucalyptus lehmannii ssp. parallela – Anzucht, Pflege und Besonderheiten
Ein seltener australischer Eukalyptus mit faszinierender Blattform und kompaktem Wuchs – perfekt für Liebhaber außergewöhnlicher Pflanzen
| Familie | Myrtaceae (Myrtengewächse) |
| Heimat | Westaustralien |
| Wuchshöhe | 2-6 m (Topf: 1-2 m) |
| Blütezeit | Ganzjährig (in Kultur selten) |
| Schwierigkeit | ⭐⭐⭐⭐☆ |
Herkunft und Botanik
Eucalyptus lehmannii ssp. parallela ist für mich einer der faszinierendsten Vertreter der australischen Eukalyptusflora. Diese spezielle Unterart stammt aus den trockenen Regionen Westaustraliens und unterscheidet sich deutlich von der Hauptart durch ihre charakteristischen, parallel verlaufenden Blattadern – daher auch der Name „parallela“.
Was mich besonders begeistert, ist die einzigartige Blattmorphologie: Die jungen Triebe entwickeln zunächst rundliche bis eiförmige Jugendblätter, die später in längliche, graugrüne Blätter mit deutlich sichtbaren Paralleladern übergehen. Diese botanische Besonderheit macht die Pflanze zu einem echten Hingucker in jeder Sammlung. In ihrer Heimat wächst sie als mehrstämmiger Strauch oder kleiner Baum und ist perfekt an die extremen Klimabedingungen der westaustralischen Halbwüste angepasst.
Aussaat und Anzucht
Die Anzucht von Eucalyptus lehmannii ssp. parallela aus Samen ist durchaus anspruchsvoll, aber mit der richtigen Technik sehr erfolgreich. Ich verwende eine Keimtemperatur von konstanten 22-25°C, wobei sich eine Wärmematte als unverzichtbar erweist. Das Saatgut ist winzig klein und sollte nur oberflächlich auf ein feines Anzuchtsubstrat gestreut werden.
Als Substrat mische ich zu gleichen Teilen Kokoserde, Vermiculit und feinen Sand – diese Mischung gewährleistet eine gute Drainage bei gleichzeitiger Feuchtigkeitshaltung. Die Keimzeit beträgt meist 10-21 Tage, kann aber bei älteren Samen auch länger dauern. Wichtig ist eine gleichmäßige Feuchtigkeit ohne Staunässe. Ich decke die Aussaatschalen mit Klarsichtfolie ab und sorge für tägliches Lüften, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Die ersten echten Blätter zeigen bereits die charakteristischen Paralleladern. Nach etwa 6-8 Wochen können die Sämlinge in kleine Töpfe pikiert werden. Dabei ist äußerste Vorsicht geboten, da die jungen Wurzeln sehr empfindlich sind.
Pflege und Standort
Eucalyptus lehmannii ssp. parallela benötigt ganzjährig einen vollsonnigen Standort – hier sollte man nicht sparen! In der Wachstumsperiode von April bis Oktober steht meine Pflanze im Freien, wo sie von der direkten Sonneneinstrahlung und der guten Luftzirkulation profitiert. Ein windgeschützter Platz ist jedoch ratsam, da die Blätter bei starkem Wind brechen können.
Die Wasserversorgung erfordert ein feinfühliges Händchen: Während der Wachstumszeit gieße ich regelmäßig, lasse das Substrat aber zwischen den Wassergaben antrocknen. Im Winter reduziere ich die Wassergaben erheblich, da die Pflanze dann in eine Ruhephase übergeht. Staunässe ist absolut zu vermeiden – sie führt unweigerlich zum Wurzeltod.
Als Substrat verwende ich eine durchlässige Mischung aus Kübelpflanzenerde, Perlite und grobem Sand im Verhältnis 2:1:1. Von April bis September dünge ich alle zwei Wochen mit einem schwach dosierten Flüssigdünger. Die Überwinterung erfolgt bei mir hell und kühl bei 8-12°C – ein unbeheizter Wintergarten oder ein helles Treppenhaus sind ideal.
Besonderheiten und Verwendung
Das Besondere an Eucalyptus lehmannii ssp. parallela liegt nicht nur in der außergewöhnlichen Blattaderung, sondern auch in ihrer Verwendbarkeit. Die Blätter verströmen beim Zerreiben einen intensiven, würzig-frischen Duft, der sich deutlich von anderen Eukalyptusarten unterscheidet. In der Aromatherapie wird diese spezielle Note sehr geschätzt.
Als Kübelpflanze eignet sich diese Unterart hervorragend für die Terrasse oder den Wintergarten. Durch regelmäßigen Rückschnitt lässt sie sich kompakt halten und entwickelt einen dichten, buschigen Wuchs. Die silbergrauen Blätter mit ihren markanten Paralleladern bilden einen reizvollen Kontrast zu anderen Pflanzen und sorgen für mediterranes Flair.
Besonders interessant finde ich die Tatsache, dass sich die Blattform im Laufe der Entwicklung deutlich verändert – ein Phänomen, das bei Eukalyptusarten als Heterophyllie bezeichnet wird. Die Jugendform unterscheidet sich so stark von der Adultform, dass man meinen könnte, es handele sich um verschiedene Arten.
Eucalyptus lehmannii ssp. parallela reagiert sehr empfindlich auf zu hohe Luftfeuchtigkeit, besonders im Winter. Ich stelle kleine Schälchen mit Kieselsteinen um die Pflanze auf, um die Luftzirkulation zu verbessern. Ein kleiner Ventilator auf niedrigster Stufe kann Wunder wirken und Pilzkrankheiten vorbeugen.
Die ätherischen Öle aller Eukalyptusarten sind für Haustiere, besonders Katzen, giftig. Stellen Sie die Pflanze außer Reichweite von neugierigen Vierbeinern auf und achten Sie darauf, dass keine Blätter herunterfallen.

